Jugend und Ausbildung

Holzblasinstrumente

Querflöte

Musiknote Ihre Blütezeit erlebte die Querflöte im 18. Jahrhundert, in der Musik die Zeit der Empfindsamkeit. Damals wurde die Querflöte noch wesentlich einfacher gebaut als heute. Vor allem durch Theobald Böhm wurden die Instrumente seit der Mitte des 19. Jahrhunderts weiterentwickelt und nicht nur aus Holz, sondern auch aus Silber, Gold oder sogar Platin gefertigt. Im Kopfstück der Querflöte befindet sich das Anblasloch, über dem eine Mundlochplatte an- gebracht ist. Sie ist das einzige Blasinstrument, bei dem das durch die Lippen des Bläsers geformte Luftband sich an der Kante des Mundlochs bricht. Dadurch bilden die Lippen frei beweglich den Ansatz - ähnlich wie beim Blasen auf einer Flasche. Zur Famillie der Querflöte gehören neben der allgemein bekannten großen Flöte in C das Piccolo, die Altflöte in G, die Bass-, Kontrabass- und Subkontrabassflöte. Für die jüngsten Anfänger stehen spezielle Flöten mit gebogenem Kopfstück zur Verfügung. Dank ihres außerordentlichen Klangreichtums ist die Querflöte als Soloinstrument genauso gefragt wie in Kammermusikensembles oder im Sinfonieorchester. Auch in der Pop- und Jazz- Musik hat sie sich einen festen Platz erobert.

Oboe

Musiknote Der französische Musiker und Instrumentenbauer Jacques Hotteterre entwickelte Mitte des 17. Jh. aus der Schalmeien-Familie die Oboe-Hautbois (= Hohes Holz). Sie wurde aus Buchsbaum gefertigt. Mit einem Doppelrohrblatt aus Schilfrohr erzeugte man den Ton. Diese so genannte Barock-Oboe hatte 6 Tonlöcher und 2 bis 3 Klappen. Den Weg zur heutigen modernen Oboe wies Georges-Louis-Guillaume Triebert (1770 - 1848). Er benutzte härtere Hölzer (z. B. Grenadill-Ebenholz) und fügte nach und nach immer mehr Klappen hinzu. Heute ist die Oboe mit 23 Klappen ausgestattet. Zur Familie der Oboen gehören: die Oboe d'Amore, das Englisch-Horn (Oboe da Caccia), die Bariton-Oboe (Heckelphon) sowie das Fagott. Man sagt, die Oboe komme der menschlichen Stimme am nächsten. Tatsächlich kann man mit ihr vieles ausdrücken: Freud und Leid, Trauer und Schmerz, Heiteres und Lustiges. Deshalb haben alle großen Komponisten das Instrument mit den schönsten Soli in ihren Kompositionen bedacht. In den letzten Jahrzehnten hat der bekannte Oboist Heinz Holliger die Oboe als Solo-Instrument in den Konzertsälen populär gemacht und viele Komponisten zu neuen Stücken, mit zum Teil ganz neuen Spielpraktiken, angeregt.

Klarinette

Musiknote Die Klarinette wurde aus dem "Chalumeau" - vermutlich um 1700 von Johann Christoph Denner - entwickelt. Sie setzt sich aus dem Mundstück ("Schnabel"), der etwas breiteren "Birne", dem Ober- und Unterstück und dem trichterförmigen Schallstück zusammen. In der Unterseite des "Schnabels" ist eine schräge Bahn eingelassen, auf die ein einfaches schilfartiges Blatt gebunden oder geschraubt wird. Die Klarinette, die aus Grendadillholz gebaut ist, kommt seit Mitte des 18. Jahrhunderts in den unterschiedlichsten Werken vor: Von der Klassik mit Wolfgang Amadeus Mozarts berühmten Konzerten bis hin zu Kompositionen des 20. und 21. Jahrhunderts. Die Klarinette hat in allen großen Orchesterwerken sowie der Kammermusik, dem Jazz und der Folklore ihren Platz. Sie eignet sich besonders gut als Vorbereitung für das Saxophonspiel. Zur Familie der Klarinette gehört neben der am häufigsten gespielten B-Klarinette die A- und die Es-Klarinette, die Bass- und Kontrabassklarinette sowie die Altklarinette.

Fagott

Musiknote Das von seinem Klang tiefste Instrument der Holzbläserfamilie war schon zu Johann Sebastian Bachs Zeit ein wichtiges Generalbassinstrument und übernahm im Orchester die Basslage der Holzbläser. Wie bei der Oboe handelt es sich um ein Doppelrohrblatt-Instrument. Seine konische Holzröhre von 2,45 Metern Länge ist zu zwei parallel laufenden Röhren geknickt. Das Schallstück sitzt oben, das s-förmige Anblasrohr aus Metall zweigt seitlich ab. Unten stecken die Rohre im "Stiefel". Auf dem Anblasrohr befindet sich das Doppelrohrblatt, das die schwingende Luft in das Holzrohr leitet. 1877 entwickelte Johann Adam Heckel sogar ein Kontrafagott mit einer Länge von ca. sechs Metern mit dreifacher Knickung. Der variable Klang des Fagotts - voll und dunkel in der Tiefe aber anmutig in der Mittellage - wird überall in der Musik geschätzt. Wie die Oboe ist das Fagott ein gefragtes Instrument und wurde bei klassischen Werken ebenso eingsetzt wie bei zeitgenössischen Stücken. Für den Anfänger gibt es ein Schülerfagott, das Fagottino.

Saxophon

Musiknote Das Saxophon, von Adolphe Sax 1840 konstruiert, ist ein Blasinstrument aus Blech mit einfachem Rohrblatt, ähnlich dem der Klarinette. Das Instrument wird heute vom Sopranino bis zum Subkontrabass gefertigt. Am häufigsten wird das Sopran-, Alt-, Tenor- und Bariton-Saxophon gespielt. Die beiden höchstliegenden Saxophone - Sopranino und Sopran - haben meist eine gerade Schallröhre. Bei allen anderen Instrumenten ist der Rohrbeginn abgewinkelt. Eine bedeutende Stellung nimmt das Saxophon seit etwa 1920 im Jazz und später auch in der Big Band-,Tanz- und Unterhaltungsmusik ein. Doch auch in der Klassik wird das Saxophon in großen romantischen Sinfonien wie auch kammermusikalischer Besetzung verwendet.

Blechblasinstrumente

Trompete / Flügelhorn

Musiknote Die Trompete ist ein Blasinstrument in Sopranlage mit Kesselmundstück und gleicher Anblasart wie beim Horn. Sie wird meist aus Messing oder Goldmessing gefertigt. Die drei Ventile ermöglichen ein vollchromatisches Spiel. Ihr Klang ist strahlend hell, festlich, schmetternd. Die am häufigsten gebrauchten Instrumente sind die B- und C-Trompeten. Schon bei Johann Sebastian Bach wird sie als Melodieinstrument eingesetzt. Für diese barocken Partien stehen hohe "kleine" Trompeten, die Bachtrompeten - die heute als Piccolotrompete in B und A gestimmt sind - zur Verfügung. Man hat mit der Trompete zahlreiche Mitspielmöglichkeiten im Symphonie- und Blasorchester, der Unterhaltungsmusik bis hin zum Jazz. Dort wurde die Trompete durch Louis Armstrong besonders populär.

Waldhorn

Musiknote Das Waldhorn hat ein kreisförmig gewundenes überwiegend konisches Rohr mit drei Ventilen und einem trichterförmigen Mundstück. Es wird aus Messing oder Goldmessing gefertigt. Sein Klang ist weich, warm und klingt etwa eine Oktave tiefer als der einer Trompete. Das Waldhorn bietet vom metallischen Fortissimo bis zum verträumten Pianissimo viele dynamische Abstufungen. Heute wird vor allem das Doppelhorn in F/B (mit Umschaltventil) verwendet. Man kann mit dem Instrument im Orchester, in der Blasmusik in Big Bands, verschiedensten Ensembles und sogar im Jazz mitspielen.

Posaune

Musiknote Die Posaune ist ein Blasinstrument mit überwiegend zylindrischem Rohrverlauf, Kesselmundstück und U-förmiger Zugvorrichtung, mit der die Schallröhre in beliebig große Stufen verlängert wird. Auf der Posaune lassen sich daher alle Töne rein intonieren und gleitende Übergänge (Glissando) ausführen. Versuche, statt der Züge Ventile zu benutzen, haben sich nicht durchgesetzt und hatten nur in der Militär- und Jazzmusik Erfolg. Der Klang der Posaune ist weich, edel, füllend und verschmilzt gut mit dem anderer Instrumente, sowie mit der Singstimme. Aus diesen Gründen wird sie gern in feierlichen Chorsätzen verwendet. Für dieses Instrument liegt reichhaltige Literatur vor: Vom Posaunensolo bis zum -chor, aber auch im Ensemble mit anderen Blasinstrumenten. Weiterhin findet sie ihren Platz im Symphonie- und Blasorchester sowie in der Unterhaltungsmusik.

Tuba / Tenorhorn / Bariton

Musiknote Die Tuba gehört zur Familie der Bügelhörner - heute eher unter dem Namen "Flügelhörner" bekannt. Seine überwiegend konische Röhre von etwa 3,6 bis 5,4 Metern Länge hat eine länglich gewundene Form. Zunächst wurde die Tuba als militärisches Signal-Instrument benutzt, seit 1830 wird sie in verschiedenen Größen gebaut. Ihr Klang ist weich und rund, zuweilen auch laut und dröhnend. Die Basstuba steht heute meist in F oder Es, die Kontrabsstuba in C oder B. Eine Mischform zwischen Tuba und Waldhorn ist die Wagnertuba. Tuben werden im Orchester als Bass der Posaunengruppe, auch als Ersatz für die Bassposaune eingesetzt. Im Blasorchester und kleineren Ensembles erfreut sich die Tuba großer Beliebtheit. Ein weiteres tubaförmiges Blechblasinstrument ist das Tenorhorn bzw. Bariton, das mit seinem etwa 2,75 m langen konischen Rohr und seinen drei Ventilen auch zur Familie der Flügelhörner gehört.

Schlagzeug

Musiknote Günstige Voraussetzungen für das Erlernen der Schlaginstrumente sind eine besondere rhythmische Begabung sowie eine unverkrampfte motorische Veranlagung. Der Begriff "Schlagzeug" umfasst eine große Anzahl von Instrumenten, von der klassischen Kesselpauke über das bekannte Drum-Set bis zu den Stabspielen Marimba- und Vibraphon. Darüber hinaus gibt es viele folkloristische Instrumente, wie Congas, Bongos, Djembes etc., die alle mit speziellen Schlagtechniken gespielt werden. Die Schülerinnen und Schüler sollten aufgeschlossen sein, neben dem aus der Pop-Musik bekannten Drum-Set auch die vielen anderen Instrumente kennenzulernen und zu erlernen.